KUNSTTHERAPIE

In der Kunsttherapie wird mit bildnerischen Medien wie Farbe, Linie, Ton, Stein oder Fotografie gearbeitet. Dabei geht es um innere Bilder, den Blick auf die Welt, die Entwicklung neuer Fähigkeiten und Handlungsspielräume und die Entdeckung von Lösungsmöglichkeiten und Ressourcen. Innere Bilder, die mit Krisensituationen oder traumatischen Erlebnissen verbunden sind, können psychische Störungen auslösen. Solche Bilder können in künstlerischen Gestaltungen eine unmittelbare sinnliche Präsenz gewinnen, über die der Patient in einen gestalterischen Dialog mit ihnen treten kann. Dem gemalten oder gezeichneten Bild steht er gegenüber, er kann es verwandeln, so dass an die Stelle des belastenden (inneren) Bildes ein neues Bild treten kann: „In der Therapie geht es um das Gewahrwerden innerer Prozesse, um mehr Bewußtheit. Das bedeutet, um ein intensiveres Hineinlauschen oder Hineinschauen in die intrapsychische Welt mit all den Gefühlen, die sie auslöst, und dann wieder um ein Zurücktreten, das es möglich macht, die Muster und Regeln zu erkennen, die das innere und äußere Handeln beeinflussen und sie ihrer Zwänge zu entheben…“ (Elisabeth Wellendorf)

 

Kunst ist eine Erfahrungsebene, sie trägt einen kollektiven Kulturgeist einer Gruppe, welcher nicht in seiner Entstehung beeinflusst werden kann. Kunst zeigt ein vorhandenes System. Wie ein Pionier erforscht sie eine Landkarte der Lebensentwicklung. Kunst zeigt ein menschliches Kulturprodukt eines schöpferischen Prozesses, das am Ende sich in einem Kunstwerk ausdrückt. Wie eine Momentaufnahme fasst sie diesen entwickelnden Prozess zusammen und zeigt dieses in seiner Vielfalt, als das Wesen der Kunst.

"In der Kunst erwacht das schöpferische Werk zum Leben. Hier wird der Geist zur Materie. Wie ein langer Atemzug aus der Seele, fertigt jedes Körperglied und Sinnesorgan die zu bildende Substanz. Der Kreis schließt sich mit der Vollendung des Kunstwerkes."